123 Jahre alte Staudacher Trachtler feiern Gaufest mit 1-2-3 – mia san dabei

Vor 123 Jahren wurde in Staudach-Egerndach im Achental ein Trachtenverein gegründet. Grund hierfür war wie vielerorts entlang der Alpenkette, dass die Industriealisierung immer mehr die Gebirgstracht verdrängte. Mit dem Motto „1-2-3 – mia san dabei“ wird nun in voller Vereinsblüte das 78. Gautrachtenfest in Staudach gefeiert.

Fünf junge Burschen waren es im Jahr 1890, die sich zusammen taten, um einen Verein zur „Aufrechterhaltung der Gebirgstracht“ zu gründen, schon ein Jahr später war dann im Müller´schen Gasthause zu Staudach die Gründungsversammlung mit 30 jungen Männern aus dem Ort. Die von ihnen festgelegten Statuten wurdden vom Königlichen Bezirksgericht Traunstein abgesegnet mit dem Vermerk, dass die Gründung mit Befriedigung zur Kenntnis genommen worden ist. Das erste Fest, an dem die Staudacher teilnahmen war am 26. Juli 1891 das Gaufest in Feilnbach – mit vier Mann war man dabei. Der Verein entwickelte sich fortan gut, 1895 wurde in Neubeuern beschlossen, das 6. Gaufest des Gauverbandes am 26. Juli 1896 in Staudach abzuhalten. Mit Pferdefuhrwerken, Leiterwagen und einem extra eingesetzten Zug reisten die Trachtler aus 15 Vereinen an. Bis zum heutigen Tag hat es in der langen Vereins- und Ortsgeschichte nicht zuletzt durch zwei schmerzhafte Weltkriege ein stetes Auf und Ab gegeben. Heute freut sich der Trachtenverein Staudach-Hochgern mit einer großen Anzahl an Mitgliedern sowie jungen Dirndl und Buam, dass ein paar Tausend Trachtlerinnen, Trachtler und Blasmusikanten am Festsonntag, 27. Juli zum Gaufest in ihren Ort kommen. Vorstand des GTEV Staudach-Hochgern ist Nikolaus Weisser, der von einem großen und rührigen Festausschuss bei den Vorbereitungen unterstützt worden ist.

Fotos: Historische Bilder aus Staudach

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg